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Selbstverständnis

Die DeutschFolk-Initiative (DeFI) unter dem Dach des PROFOLK e.V. ist ein wachsendes Netzwerk für alle, die sich für traditionelle oder traditionell inspirierte Musik aus den Regionen Deutschlands begeistern können.

Es ist wieder enorme Bewegung im Bereich Deutschfolk, Weltmusik und Bal Folk mit heimischer Basis. Mit viel Schwung und Sachverstand werden alte Instrumente wie Drehleiern, Waldzithern und Maultrommeln repariert und erlernt, Tänze und Lieder ausgegraben. Viele großartige Musiker:innen beschäftigen sich schon lange mit traditioneller deutscher Musik oder beginnen gerade, virtuos, begeistert und mit einem großen Erneuerungswillen vermeintlich Altmodisches aufzupolieren. 

Jedoch fehlte der Deutschfolk-Szene bisher die gemeinschaftliche Vernetzung und der Überblick: Wer macht was, und wo? Dadurch ist es schwierig, die öffentliche Aufmerksamkeit zu bündeln und als Szene sichtbar zu werden: Dieser Aufgabe widmet sich die DeutschFolk-Initiative (DeFI). Unsere Bestrebungen richten sich an Leute die zukunftsgewandt mit traditionellem Material umgehen wollen, seien es Volkslieder, Tänze oder auch Selbstverfasstes mit traditionellen Anleihen. Wir sind Mitunterzeichner des Elmsteiner Manifestes und werden entsprechend dieser Richtlinien unsere Zusammenarbeit gestalten, das heißt: Wir agieren jenseits von nationalistischen oder rein kommerziellen Interessen. 

Wir wollen den Grundstein für ein üppiges und wachsendes Netzwerk legen, das Austausch, Zusammenarbeit und gegenseitige Inspiration befördert. Vielleicht ermutigt unsere Aktivität auch andere, sich verstärkt mit dem Thema zu beschäftigen. Es soll aber auch die Zusammenarbeit mit Medien, Veranstalter:innen und Fördereinrichtungen ermöglichen, wie sie bis jetzt nicht realisierbar ist. Wir sind sehr gespannt, was passiert und freuen uns auf rege Anteilnahme!




Wer wir sind


Tim Liebert

Tim Liebert
Am Ende der 80er-Jahre konnte ich den Rest des Deutschfolk-Revivals als Akteur und Zaungast noch miterleben. Mit Staunen beobachteten wir, wie diese jugendlich-studentische Massenbewegung auch das „echte Volk“ erreichte. Als der Trubel dann leider abebbte, tummelten wir Folkies uns in allen Weltmusiksparten. Mit traurigen Augen sahen wir, wie in anderen Ländern auf hohem Niveau die Tradition hochgehalten wurde, unser eigenes Blümlein jedoch immer kleiner dahinvegetierte. Die Zeit scheint reif, die wachsende Zahl an Musizierenden, die sich nun mit der heimischen Folklore beschäftigen, zusammenzuführen. Vielleicht entwickelt diese Szene dann wieder die Kraft, die breite Masse für das Eigene zu begeistern, ohne es zu verklären oder zu missbrauchen. Das ist aller Mühe wert.
Tim Liebert




Gudrun Walther

Seit meiner frühen Kindheit spiele und singe ich traditionelle Musik und Lieder aus Irland und aus Deutschland. Die Tatsache, dass irische Musik weltweit eine Art universelle Sprache geworden ist, während deutsche traditionelle Musik zusehends in Vergessenheit gerät, treibt mich bereits seit den frühen Nullerjahren um. Mit verschiedenen musikalischen Projekten wie dem „Sang und Klang-Festival“ sowie meiner Band Deitsch und dem Duo mit Jürgen Treyz versuche ich, meine Erfahrungen aus der lebendigen, gut vernetzten irischen Szene in die heimische Musik einfließen zu lassen und mit zur Wiederbelebung dieses fast totgesagten Genres beizutragen.
Gudrun Walther




Christian Pliefke

Mir hatte sich immer die Frage gestellt, warum auf internationalen Folk- und Weltmusik-Festivals kaum bis gar keine Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland dabei sind. Als Tim mit dieser DeFI-Idee um die Ecke kam, war ich begeistert und versuchte mich mehr einzubringen. Auch den Profolk e.V. mit einzubeziehen, befand ich für sehr wichtig. Es ist ein toller Anfang und die DeFI wird langsam, aber stetig wachsen. Dessen bin ich mir sicher, und vielleicht werden in den nächsten fünf Jahren auch Deutschfolk-Künstlerinnen und -Künstler auf internationalen Veranstaltungen zu sehen und zu hören sein.
Christian Pliefke




Wolfgang Leyn

Ich liebe ungarische Bauernmusik, Lieder von Mikis Theodorakis und von Quilapayun aus Chile, ich mag die Chansons von Charles Aznavour und die Songs der Beatles. Ich habe als Student mit Begeisterung irische Rebel Songs geschmettert. Meine musikalische Muttersprache aber ist Deutschfolk, vom poetischen 'Der Mond ist aufgegangen' bis zum deftigen Handwerksgesellenlied 'Lustig, lustig, ihr lieben Brüder'
Wolfgang Leyn




Peggy Luck

Peggy Luck
Die Begegnung mit Folkmusik, genauer gesagt den letzten Ausläufern des Ost-Folkrevivals, war prägend für mich. Ich verstand plötzlich, dass man Heimat nicht gröhlen muss, sondern auch flüstern oder erfragen kann. In den Regionen Deutschlands, unter unseren Füßen, liegen wunderschöne, ausgelassen-zotige, aufsässige, tiefe und poetische Lieder und Melodien. Moving forward is moving backward in a different way - Das Alte ist das ganz Neue!
Peggy Luck




Hinrich Langeloh

Hinrich Langeloh
Bald 50 Jahre bin ich aktiv in der Folkbewegung, mit Umwegen über Irland, Schottland, Frankreich und Skandinavien hin zum Deutschfolk. Begonnen mit der irischen Folkwelle in Deutschland 1972 und mit den ersten Erfahrungen mit dem schottischen Dudelsack bin ich sehr schnell bei Deutschen Liedern und Tänzen angekommen, weil ich dachte, dass es derartige traditionelle Musik auch bei uns geben müsse. Das erste Deutschfolkrevival war dabei sehr hilfreich, versandete aber relativ schnell wieder,  weil sich auch bei uns kaum jemand für unsere eigene Kultur interessiert. Wer aber außer uns sollte sich um die traditionelle deutsche Musik kümmern? Die Iren nicht, die Franzosen nicht, die Schweden nicht ... Mit dieser Erkenntnis habe ich einfach weitergemacht und mich speziell um die deutschen (Volks-)Tänze bemüht, zuerst mit Seminaren für neue deutsche Tänze und zuletzt auch mit der Gründung des Bundesverbandes für Deutsche Tänze (bvfdt.de). Die neue Deutschfolkinitiative macht mir Mut und es ist vielleicht an der Zeit für eine neues Revival. Ich bin gerne dabei und unterstütze die Initiatoren.
Hinrich Langeloh




Max Heckel

Wider die Auffassung, dass viele Köche den Brei verderben würden, sind wir der festen Überzeugung, dass Dinge, die man gemeinsam erlebt und gestaltet, gegenüber denen, die man im stillen Kämmerlein verrichtet, immer genussvollere und gewinnbringendere sind. Das sogenannten Netzwerken dürfte einer Szene, die zu Unrecht ein nischiges Dasein an der Wahrnehmungsperipherie zwischen Schlager und Deutschtümelei pflegt, in jedem Fall zum Zusammenhalt und zur Aufmerksamkeit verhelfen. In welchem Umfang das gelingt, wird davon abhängen, wie die Mitwirkenden ihr Handwerk und Folklore/Volksmusik begreifen. Im besten Fall werden sich uns neue Gestade auftun und es wird fernab jedweder nationalpathetischer Idiotie etwas Neues gedeihen, das viel mehr Aufmerksamkeit verdient hat – auf dass wir mehr als die Summe unserer Teile sein werden.
Max Heckel




Henrike Eckhardt

Henrike Eckhardt

Warum ich das mache

Ich möchte Lieder malen
Ich möchte Bilder singen
Ich möchte Töne vermischen
Und Farben zum Klingen bringen.

Und wer das dann hört
Und wer das dann sieht
Hört vielleicht mein Bild
Und betrachtet mein Lied.

Viel Glück, liebe Initiative!
Henrike Eckhardt




Unterstützer


Kulturbetriebe

Kulturzentrum Malzhaus Plauen (www.malzhaus.de)
AmVieh-Theater Beulbar (amviehtheaterbeulbar.de)
Romantikerhaus Jena (www.romantikerhaus-jena.de)


Agenturen Verlage Vereine

Agentur Laviola (www.laviola.de)
Buschfunk MusikVerlag (verlag.buschfunk.com)
Löwenzahn Musikverlag (www.loewenzahn-verlag.com)
Waldzitherverein (www.waldzither-ev.de)
Artes Konzertbüro (www.artes-konzertbuero.de)
Prosodia Verlag (prosodia.de)


Einzelpersonen

Bernhard Hanneken, Festival Director Rudolstadt Festival
Grit Friedrich, MDR



Historie

Gründungsmoment der DeutschFolk-Initiative war ein Treffen in Halle im Juli 2020. Die Folkgruppe Hüsch (Hanna Flock, Tim Liebert, Jo Rosenbrück und Nico Schneider) spielte auf der Burg Giebichenstein, und zu Gast waren Peggy Luck sowie Juliane Weinelt und Jan Oelmann (Bube Dame König). Im Anschluss diskutierten wir im Garten der beiden Letztgenannten bei kühlen Getränken und Kartoffelsalat die Zukunft der DeutschFolk-Szene: Wie können wir uns intern besser vernetzen, wie nach außen besser präsentieren? 

Tim berichtete, dass er für sein Seminar an der Uni Weimar Volksliedinterpretationen recherchiert habe und schockiert gewesen sei, dass die Volksliedpflege oft aus nationalistischen Gründen geschieht. Gleichzeitig waren sich alle einig, dass gerade ein frischer Wind durch die Szene weht – was auch die enorme Resonanz von Gudrun Walthers Onlinefestival “Sang und Klang” gezeigt hatte. Dennoch hinkt Deutschland hinterher, was Möglichkeiten, Vernetzung und Förderung des folkloristischen Nachwuchses angeht. Zeit für die DeutschFolk-Initiative!

In der Folge begannen Jan und Tim, ein Online-Portfolio der aktuellen Folkbands zu planen. Szene zeigen! Sie kontaktierten die ersten Protagonisten und sammelten Material. Mit im Boot waren neben Gudrun Walther (Artes Konzertbüro, Deitsch, Cara) und Wolfgang Leyn (www.ostfolk.de) auch Christian Pliefke (Verlag Nordic Notes, Magazin Folk Galore). Er brachte die Idee eines DeutschFolk-Samplers ins Gespräch. 

Aus diesem Grund erweiterte sich der Kreis bald um Max Heckel und Ronny Harbich (Verlag Prosodia). Cosima Hoffmann (folker) erklärte sich bereit, uns als Webmasterin zu unterstützen. Als Letztes fehlte uns noch jemand, der dem Ganzen den angemessenen optischen Schliff verpassen würde, und als hätte sie es geahnt, meldete sich im Frühjahr 2021 Henrike Eckhardt (Erledanz) und zauberte Entwürfe für Flyer, Plakate und die DeutschFolk-Homepage aus dem Hut.

Fortsetzung folkt ...